(Aus-)Bildung WERTschätzen

30.03.2019

Die politischen Statements des Jungen VBE

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Die Ansprechpartner des Jungen VBE in den Bezirken finden Sie, wenn Sie auf die Grafik klicken.

Gute Bildung braucht gute Ausbildung

  • Die Bachelor-Studienplätze für das Grundschullehramt sind an allen Universitäten zulassungsbeschränkt; für die anderen Lehrämter an vielen Universitäten ebenfalls. Die neugeschaffenen Studienplätze für Lehrämter reichen bei weitem nicht aus, den Lehrermangel flächendeckend zu beheben. Laut einer Prognose des NRW-Schulministeriums fehlen in den kommenden zehn Jahren 15.000 Lehrer an fast allen Schulformen.

    Daher fordern wir: Mehr Studienplätze für eine qualitative Lehrerausbildung!
     
  • "Mein Lehramtsstudium kurz zusammengefasst: Ich lerne im Frontalunterricht, wie schlecht Frontalunterricht ist und muss dann auswendig lernen, wie schlecht auswendig lernen ist", schreibt eine Lehramtsstudentin im sozialen Netzwerk Jodel (Spiegel online, Sep. 2018).
    Im Lehramtsstudium gibt es häufig kaum Kurse, in denen gelehrt wird, wie man richtig unterrichtet, mit verschiedenen Situationen umgeht, wie man sich durchsetzen kann oder mit Eltern sprechen soll. Im Bachelorstudiengang sind die Praktika zu kurz und das Praxissemester erfolgt erst im Masterstudiengang; das ist zu spät angesetzt.

    Daher fordern wir: Praxis von Anfang an in der universitären Lehrerausbildung!
     
  • Durch die Verkürzung des Vorbereitungsdienstes und die Einführung des kombinierten Fachseminars Deutsch-Mathematik im Grundschulbereich erfahren die angehenden Lehrkräfte einen enormen zeitlichen Druck die in der OVP geforderten Kompetenzen und Standards zu erwerben. Es bleibt die Frage, wie Gespräche sowie die fachlichen und überfachlichen Beratungen in der knappen zeitlichen Ressource weiterhin auf einem hohen Qualitätsstandard erfolgen können.

    Daher fordern wir: 24 Monate Referendariat!

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Gute Bedingungen - Gute Schule

  • Die Wichtigkeit von individueller Förderung und Chancengleichheit wird Studierenden sowie Lehramtsanwärter/innen an den Universitäten und ZfsL vermittelt, doch das Arbeitsfeld an der Schule sieht anders aus. Bei der wachsenden Heterogenität der Schülerschaft muss in notwendige Gelingensbedingungen wie kleinere Gruppengröße investiert werden, so dass Öffnung von Unterricht und individuelle Förderung ihren Platz finden.

    „Richtig ist: Kleinere Klassen wirken sich positiv auf den Lernerfolg aus“ (Udo Beckmann). Bildungs- und Erziehungsarbeit kann nur möglich sein, wenn zwischen Schülern und Lehrkraft bzw. Lehramtsanwärter/innen die notwendige „Beziehungsarbeit“ geleistet werden kann. Darüber hinaus belegen empirische Studien, dass kleinere Klassen zur Gesundheit von Lehrkräften und Schülern beitragen.

    Daher fordern wir: Deutliche Verringerung der Klassengröße in allen Schulformen! 

  • Die Politik stellt an die Schulen immer größere Anforderungen durch Inklusion, Digitalisierung, individuelle Förderung und vieles mehr. Hierfür müssen zusätzliche Ressourcen bereitgestellt werden, so dass auch in der Lehramtsanwärterausbildung fundiert und qualifiziert guter Unterricht gelernt und umgesetzt werden kann

    Daher fordern wir: Ausstattung an Schulen verbessern!

  • Die Bedingungen an Schulen sind alles andere als gesundheitsfördernd. Lange Belastungsphasen und kaum vorhandene Entspannungsmöglichkeiten im Vormittag kombiniert mit einer unzureichenden Ausstattung und verbalen sowie körperlichen Angriffen in Schulen führen zu einer hohen (psychischen) Belastung. Präventionsmaßnahmen und Hilfsangebote müssen bereits in der Lehrerausbildung verpflichtend integriert sein, denn Wohlbefinden und Gesundheit sind angemessen zu berücksichtigen.
    Zusätzlich sorgt der allgegenwärtige Personalmangel vielerorts für Mehrarbeit. Investitionen in die Gesundheitsförderung können dazu beitragen, den Personalmangel zu verringern und letztlich die Bildungsqualität zu stärken.

    Daher fordern wir: Gesunde Schule – gesunde Lehrkräfte! 
  • Lehrkräfte verbringen zu viel Zeit mit Verwaltungsaufgaben – Zeit, die den Schülern und der Unterrichtsvor- und -nachbereitung verloren geht.

    Daher fordern wir: Pädagogische Arbeit vor Verwaltungswahnsinn!

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Ich bin digital – die Schule analog

  • Die Politik will die Schulen mit Blick auf die Digitalisierung endlich besser ausstatten und investiert dafür Geld. Doch in der Lehrerausbildung – besonders im Studium - ist dies noch nicht angekommen. Hier muss sich grundsätzlich in der Ausbildung etwas ändern und die Digitalisierung in den Vorlesungen, Seminaren und ZfsL ihren Eintritt erhalten.

    Daher fordern wir: Steigerung der Medienkompetenz durch adäquate Ausbildung und Qualifizierung! 
  • „Die Welt ist digital, viele Schulen nicht“ (Stefan Behlau). Der Alltag der Schüler/innen hat sich hinsichtlich der Digitalisierung verändert und das muss sich auch in der Ausstattung der Schulen widerspiegeln. W-LAN, Tablets mit digitalen Lerninhalten, Smartboards und digitale Lerngeräte müssen Grundausstattung in den Schulen sein, um die Kinder auf das spätere Berufsleben vorzubereiten. Auch die Ausstattung der Lehramtsanwärter mit sicheren und gut nutzbaren Endgeräten für Unterrichtsvorbereitungen, administrative Aufgaben, Dokumentationen etc. muss sichergestellt werden.

    Daher fordern wir: Sinnvolle und nachhaltige digitale Ausstattung aller Bildungseinrichtungen!

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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

  • Da alle Lehramtsanwärter/innen mittlerweile die gleichlange Ausbildung an Universitäten und ZfsL durchlaufen, müssen auch alle gleich besoldet werden, unabhängig von der Schulform. Besonders betroffen sind die Grundschul- und Sek.I-Lehrkräfte.

    Daher fordern wir: Gleiche Besoldung für alle – auch in der Lehrerausbildung! 
  • Angehende Lehrer/innen müssen im Masterstudiengang ein fünfmonatiges Praxissemester absolvieren. Das ist deutlich mehr als im alten Examensstudium, das nur wenige mehrwöchige Pflichtpraktika vorsah. Der Vorbereitungsdienst wurde hingegen von 24 auf 18 Monate reduziert. Das Land spart hier enorme Lohnzahlungen pro Lehramtsstudenten ein. Den Lehramtsstudenten/innen ist es auf Grund der hohen Arbeitsbelastung nebenbei nicht möglich zu arbeiten, und sie müssen das Praxissemester über einen Kredit, Eltern oder Bafög finanzieren. Hinzu kommen evtl. ein Umzug oder lange Fahrzeiten, die meist mit Kosten verbunden sind, da sich die Schule nicht immer in der Nähe des Wohnortes befindet.

    Daher fordern wir: Praxissemester entgelten! 
  • Schulen werden immer neue Aufgaben zugewiesen. Um die erforderliche Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und der Zusammenarbeit der in einer Klasse beteiligten Lehrkräfte sowie weiterer pädagogischer Professionen zu gewährleisten und die zusätzlichen stetig wachsenden Aufgaben zu bewältigen, ist eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung unabdingbar. Die Unterrichtsverpflichtung an den verschiedenen Schulformen ist unterschiedlich. In der Grundschule und in der Sek.I liegt die Unterrichtsverpflichtung bei 28 Wochenstunden, in der Förderschule bei 27,5, im Sek.II-Bereich bei 25,5.

    Daher fordern wir: Gleiche Unterrichtsverpflichtung für alle!


Für den Jungen VBE
Sonja Gänsel
Landessprecherin
März 2019

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